{"id":88479,"date":"2025-11-05T17:29:39","date_gmt":"2025-11-05T16:29:39","guid":{"rendered":"https:\/\/gallehr.flei.dev\/?p=88479"},"modified":"2025-11-05T18:17:21","modified_gmt":"2025-11-05T17:17:21","slug":"neues-zum-industriestrompreis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gallehr.flei.dev\/de\/neues-zum-industriestrompreis\/","title":{"rendered":"Neues zum Industriestrompreis: Deutsche Pl\u00e4ne und EU-Vorgaben"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text uncode_shortcode_id=&#8220;180173&#8243;]<span style=\"font-size: 14pt;\"><strong><span style=\"color: #b01419;\">In K\u00fcrze:<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 03.11.2025 gab Bundeswirtschaftsministerin Reiche bekannt, dass in Deutschland ab Anfang 2026 ein Industriestrompreis eingef\u00fchrt werden soll. Ein nationaler Gesetzes- oder Richtlinienentwurf besteht allerdings bis dato noch nicht. Allerdings hat die EU-Kommission bereits Rahmenbedingungen vorgegeben. Sehr prominent dabei: <span style=\"color: #808080;\"><strong>die Zahl 50<\/strong><\/span>.<\/p>\n<hr>\n<h3><strong><span style=\"text-decoration: underline; font-size: 14pt;\">Grunds\u00e4tzliches<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland soll f\u00fcr die energieintensive Industrie ein reduzierter Strompreis eingef\u00fchrt werden, finanziert durch staatliche Subventionen. Die Gespr\u00e4che der Bundesregierung mit der Europ\u00e4ischen Kommission (EU KOM) stehen nach Aussage von&nbsp; Bundeswirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche kurz vor ihrem erfolgreichen Abschluss. Ein nationaler Gesetzes- oder Richtlinienentwurf besteht allerdings bis dato noch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was bereits seit dem 25.06.2025 bekannt ist, sind die Rahmenbedingungen, die die Europ\u00e4ische Kommission f\u00fcr &nbsp;einen solchen Industriestrompreis setzt. Es wurde festgelegt, dass er prinzipiell mit den Leitlinien f\u00fcr Klima- und Umweltbeihilfen vereinbar ist. Dies hat weitreichende Folgen. EU-Mitgliedsstaaten d\u00fcrfen nun Stromkosten f\u00fcr energieintensive Industrien direkt bezuschussen. Die <span style=\"color: #808080;\"><strong>Zahl 50<\/strong> <\/span>ist im Zusammenhang mit dem Industriestrompreis zentral, in vierfacher Hinsicht:<\/p>\n<ol>\n<li>Insgesamt k\u00f6nnen<strong> 50 % des j\u00e4hrlichen Stromverbrauchs bezuschusst<\/strong> werden.<\/li>\n<li>Die <strong>Erm\u00e4\u00dfigung betr\u00e4gt maximal 50 % im Vergleich zum B\u00f6rsenstrompreis.<\/strong><\/li>\n<li>Der <strong>untere preisliche Grenzwert liegt bei 50 \u20ac\/MWh<\/strong>, niedrigere Preise sind nicht m\u00f6glich.<\/li>\n<li><strong>50 %<\/strong> der erhaltenen Subvention m\u00fcssen in<strong> Dekarbonisierungsprojekte \/ \u00f6kologische Gegenleistungen reinvestiert<\/strong> werden<\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong><span style=\"text-decoration: underline; font-size: 14pt;\">Was ist noch nicht gekl\u00e4rt?<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz gesagt: Vieles. Generell ist die genaue Ausgestaltung des Industriestrompreises noch nicht bekannt, ein bundesdeutscher Gesetzes- oder Richtlinienentwurf liegt bislang nicht vor. Allerdings wurden bereits Haushaltsgelder f\u00fcr das Jahr 2027 reserviert. Dies legt nahe, dass es sich beim Industriestrompreis um eine zu beantragende R\u00fcckerstattung handeln k\u00f6nnte, \u00e4hnlich wie bei der Strompreiskompensation. Bei wem und wie er zu beantragen sein wird, kann nur vermutet werden. Inwiefern bereits erhaltene Beihilfen z.B. f\u00fcr die Strompreiskompensation kumuliert werden k\u00f6nnen, ist ebenfalls noch nicht absehbar.<\/p>\n<h3><strong><span style=\"text-decoration: underline; font-size: 14pt;\">Was ist bekannt und worauf ist zu achten?<\/span><\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die EU KOM hat bereits im Juni 2025 einige Vorgaben formuliert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Klar ist bereits, dass nicht jede Branche vom Instrument des Industriestrompreises profitieren k\u00f6nnen wird. Er ist ausschlie\u00dflich energieintensiven und exportorientierten Sektoren vorbehalten, z.B. der Chemie-, Zement- und Stahlindustrie. Dass weitere Branchen hinzukommen ist m\u00f6glich. Dar\u00fcber hinaus wird der Industriestrompreis als Br\u00fcckenhilfe betrachtet. Insgesamt darf das Instrument von den Mitgliedsstaaten drei Jahre lang verwendet werden, max. bis Ende 2030. Es handelt sich also um ein Entlastungspaket auf Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der reduzierte Strompreis kann unabh\u00e4ngig der Herkunft des bezogenen Stroms beantragt werden, es ist kein ausgewiesener \u00d6kostromvertrag oder Herkunftsnachweis notwendig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als staatliches Steuerungsinstrument soll der Industriestrompreis&nbsp; Investitionen in Dekarbonisierungsprojekte anregen. Insgesamt 50 % der erhaltenen Beihilfe sind zu reinvestieren. Die EU KOM bietet folgende Optionen an:<\/p>\n<ol>\n<li>Ausbau erneuerbarer Energien<\/li>\n<li>Aufbau von Stromspeichern<\/li>\n<li>Ma\u00dfnahmen zur Erh\u00f6hung der Flexibilit\u00e4t auf der Nachfrageseite<\/li>\n<li>Effizienzsteigerungen<\/li>\n<li>Einsatz von Elektrolyseuren zur Produktion von \u201egr\u00fcnem\u201c oder CO<sub>2<\/sub>-armem Wasserstoff.<\/li>\n<li>Unter bestimmten Umst\u00e4nden sind Ma\u00dfnahmen in den Bereichen Gas und Atomkraft nicht ausgeschlossen<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gef\u00f6rdert werden ausschlie\u00dflich neue oder modernisierte Anlagen. Ma\u00dfnahmen, die bereits aus anderen T\u00f6pfen F\u00f6rdergelder erhalten, sind ausgeschlossen bzw. nicht als Gegenleistung anrechenbar. Es werden also energieeffizienzbezogene bzw. transformative Gegenleistungen erwartet. Ein starker Fokus liegt auf Flexibilisierung. Der Nachweis dieser Gegenleistungen soll m\u00f6glichst \u201eb\u00fcrokratiearm\u201c von statten gehen. Dies w\u00e4re w\u00fcnschenswert und bleibt abzuwarten.<\/p>\n<h3><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong><span style=\"color: #b01419;\">Fazit:<\/span><\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei dem Industriestrompreis k\u00f6nnte es sich um ein probates Instrument handeln, die energie- und stromintensive Industrie zu entlasten und gleichzeitig Investitionen in dekarbonisierende Projekte anzusto\u00dfen. Die zu erf\u00fcllenden Anforderungen, um das Instrument zu nutzen, sind allerdings nicht zu vernachl\u00e4ssigen. Wir sind sehr gespannt, wie der Mechanismus zum Industriestrompreis ausgestaltet wird und halten Sie auf dem Laufenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr>\n<p class=\"reader-text-block__heading2\"><strong>Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne direkt zur Verf\u00fcgung. <\/strong><a class=\"cursor-init\" href=\"https:\/\/gallehr.flei.dev\/de\/kontakt\/\"><strong>Sprechen Sie uns gerne an.<\/strong><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> ist seit 2007 der erfahrene Lotse f\u00fcr die Wirtschaft auf dem Weg zur CO\u2082-Neutralit\u00e4t. Zu unserem Kundenstamm&nbsp;geh\u00f6ren eine Vielzahl national und international renommierter Unternehmen. Diese ber\u00e4t und unterst\u00fctzt GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> teilweise bis zur vollst\u00e4ndigen eigenverantwortlichen \u00dcbernahme relevanter Prozesse.<\/p>\n<hr>\n<p><span style=\"font-size: 8pt;\">GALLEHR+PARTNER<sup>\u00ae<\/sup> nutzt KI-Tools, u.a. zur Unterst\u00fctzung bei der Erstellung von Beitr\u00e4gen. Die Korrektheit der Inhalte und Informationen ist durch die Fachkompetenz unserer Mitarbeitenden sichergestellt. 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